Migration nach Deutschland

Im Jahr 2024 zogen insgesamt 1,7 Millionen Menschen aus dem Ausland nach Deutschland. Die Anzahl der Zuzüge nach Deutschland erreichte 2022 ihren Höchststand und sinkt seitdem.

Migration nach Deutschland seit 1991

Seit dem Jahr 1991 sind pro Jahr rund 1,18 Millionen Personen aus dem Ausland nach Deutschland migriert. Verlegt ein Mensch seinen Lebensmittelpunkt an einen anderen Ort, wird das als Migration bezeichnet. Dieser Begriff umfasst also sowohl Menschen, die ihr Heimatland freiwillig verlassen, als auch Menschen, die das unfreiwillig tun, weil sie zum Beispiel vor Krieg oder Verfolgung flüchten.

Im Jahr 2022 erreichte die Zahl der Einwanderinnen und Einwanderer nach Deutschland mit rund 2,7 Millionen Menschen ihren Höchstwert. Über eine Million Personen aus der Ukraine fanden nach dem russischen Überfall auf die Ukraine in Deutschland Schutz.

Davor lag der Höchstwert an Zuzügen aus dem Ausland bei rund 2,1 Millionen im Jahr 2015. Grund dafür war die Fluchtbewegung unter anderem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Ukraine als häufigster Herkunftsstaat, Fortzüge nach Syrien steigen

Die meisten Migrantinnen und Migranten, die im Jahr 2024 nach Deutschland kamen, waren aus der Ukraine (221.570 Zuzüge) und Rumänien (173.563 Zuzüge).

Seit 2014 gilt für Rumäninnen und Rumänen volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das bedeutet, dass sie, so wie die Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Mitgliedsstaaten, ohne Arbeitserlaubnis in der EU arbeiten dürfen. Viele Menschen ziehen aus Rumänien nach Deutschland, weil es dort bessere wirtschaftliche Chancen gibt.

Seit dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024 ziehen weniger Menschen aus Syrien nach Deutschland und die Anzahl der Fortzüge syrischer Staatsangehöriger aus Deutschland steigt. Zwischen Januar und September 2025 verließen rund 22.000 syrische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger Deutschland. Im selben Zeitraum sank die Anzahl der Zuzüge aus Syrien von rund 75.000 Menschen im Vorjahreszeitraum auf rund 40.000.

Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen die höchsten Zuwanderungsquoten verzeichnen. Mit 127 Migrantinnen und Migranten je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es in Brandenburg die wenigsten Zuzüge.

2025 rund 113.000 Erstanträge auf Asyl in Deutschland

Im Dezember 2025 wurden in Deutschland rund 10.600 Asylanträge gestellt. Bei einem großen Teil davon handelt es sich um Folgeanträge. Das bedeutet, dass eine Person nach einem negativen Ausgang ihres Asylverfahrens in Deutschland erneut einen Antrag stellt.

Am höchsten war die Anzahl der Asylanträge in Deutschland im Jahr 2016 mit rund 745.000. Die meisten Personen, die 2016 in Deutschland einen Asylerstantrag stellten, hatten die syrische (226.250), afghanische (127.012) oder irakische (96.116) Staatsangehörigkeit.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weißt darauf hin, dass sich die Zahl der 2016 tatsächlich nach Deutschland eingereisten Asylsuchenden auf ca. 280.000 Personen beläuft. Im Jahr 2016 wurden noch Asylanträge von im Jahr 2015 nach Deutschland eingereisten Personen registriert.

Die EU beschloss im März 2022 eine Richtlinie (2001/55/EG), laut der aus der Ukraine geflohene ukrainische Staatsangehörige sowie Drittstaatsangehörige und Staatenlose mit unbefristetem Aufenthaltsrecht in der Ukraine ohne Aufenthaltstitel nach Deutschland einreisen und sich für bis zu 90 Tage im Bundesgebiet aufhalten können. Das heißt, dass sie keinen Antrag auf Asyl stellen müssen. Deshalb ist die Anzahl der Asylanträge 2022 nicht im selben Ausmaß wie die Anzahl der Zuzüge nach Deutschland gestiegen.

FAQs

https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Statistik/BundesamtinZahlen/bundesamt-in-zahlen-2016.pdf